Glücklich und erfolgreich studieren: 11 Tipps eines Absolventen

glcklich_und_erfolgreich_-_tipps_eines_absolventenMit dem Studium beginnt ein neuer Lebensabschnitt und damit auch eine große Herausforderung. Um das meiste aus dem Studium herauszuholen kann es helfen mit Absolventen sprechen, denn sie können dich auf typische Fehler hinweisen und dir Tipps dazu geben, wie du sie vermeidest. Aus meiner Sicht - ich habe bis Ende 2008 Politik und VWL studiert - haben Studenten die besten Vorraussetzungen für ein glückliches und erfolgreiches Studium wenn sie die folgenden Tipps beherzigen:
 

1. Nimm das erste Jahr ernst

Ob Uni- oder FH-Studiengang: Die meisten Studiengänge sind so aufgebaut, dass das erste Jahr besonders anspruchsvoll und lernintensiv ist, um schon früh festzustellen wer für das Studium geeignet ist und wer nicht. Deshalb solltest du in dieser Zeit soviel Motivation und Energie aufbringen wie möglich. Sei dir darüber im Klaren, dass es im zweiten Jahr und danach mit hoher Wahrscheinlichkeit leichter wird. Aus drei Gründen: die harten, "aussiebenden" Kurse hast du schon im ersten Jahr belegt, du hast dich jetzt eingelebt und bist mit dem Stoff vertrauter, und du hast mehr Wahlkurse. Falls du also gerade im ersten Jahr bist und verzweifelst, Augen zu und durch!
 
2. Frag dich was du dir vom Studium versprichst

Du wirst viel motivierter sein, wenn du weisst wofür du das alles eigentlich tust. Möchtest du eines Tages für eine bestimmte Firma arbeiten? Möchtest du einfach nur viele Optionen haben, wenn du die Uni verlässt? Oder hast du einfach nur Spaß am lernen? Nur wenn du die Antwort auf diese Frage kennst, wirst du das volle Leistunsgpotenzial aus dir herausholen können. Falls nicht, solltest du vielleicht lieber einen Beruf erlernen, etwas Arbeitserfahrung sammeln und nebenbei ein Fernstudium absolvieren.

3. Habe keine Angst vor einem Abbruch

Wenn du nach zwei Semestern unglücklich über dein Studium bist, wechsle die Hochschule oder das Fach, je nach dem wo das Problem liegt. Es lohnt sich. Selbst wenn du das Fach wechselst wirst du vielleicht einige Scheine anrechnen lassen können, aber selbst wenn nicht, ein Neuanfang bedeutet nicht, dass du dein erstes Jahr verschwendet hast. Im Gegenteil: durch das erste Jahr hast du gelernt was du wirklich wirst und ausserdem hast du bestimmt auch gut gefeiert!

4. Wisse worauf es ankommt

Die allermeisten Studenten machen nicht zuwenig für das Studium, sondern zu viel (jedenfalls war das in meinen Fächern, VWL und Politologie der Fall). Es geht nicht darum alles zu wissen, sondern nur das was dich entweder interessiert oder was mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Prüfung oder Hausaufgabe abgefragt wird. Aber selbst in letzterem Fall solltest du gründlich abwägen, ob du dich wirklich so sehr mit dem Material beschäftigen möchtest bzw. ob es den Aufwand wirklich wert ist. Beispiel 1: Du bist im Grundstudium und sollst in einem Kurs, deren Note 5 % deiner Gesamtnote ausmachen wird, eine Hausarbeit schreiben, die wiederum nur 10% der Kursnote ausmacht. Insgesamt ist die Hausarbeit also nur 0,5% der Gesamtnote wert. Nehmen wir an, dass du mit viel Aufwand eine 1,5 bekommen würdest. Ohne Aufwand bekommst du hingegen eine 3,0. Du hättest also deine Gesamtnote um 0,15% verbessert. Wenn dieser Aufwand daraus besteht, dass du eine Woche lang recherchieren und schreiben müsstest, obwohl du in der selben Zeit für eine wirklich wichtige Klausur lernen könntest, oder eigentlich die Bewerbungsfristen für Stipendien und Auslandsaufenthalt einhalten musst, dann solltest du auf jeden Fall genau überlegen ob es das wert ist. Beispiel 2: Du bekommst jede Woche Lesematerial von deinen Dozenten, das nicht wirklich notwendig sind um das behandelte Thema zu verstehen, sondern lediglich ergänzend ist. Lies diese Texte wirklich nur wenn sie dich interessieren. Falls Inhalte aus den Texten mal doch in den Prüfungen abgefragt werden sollten, solltest du die Texte frühzeitig zusammenfassen (am besten auf Karteikarten) aber noch nicht auswendig lernen, denn meist vergisst man es ohnehin bis zur Prüfung und muss es dann erneut lernen. Doppelt gelernt ist verschwendete Zeit, die du hättest viel produktiver in dein Studium investieren können.

5. Erlerne Zusatzkompetenzen

Nach dem Studium werden Arbeitgeber nicht nur auf deine fachspezifischen Kenntnisse schauen, sondern auch bestimmte Zusatzqualifikationen verlangen oder zumindest sehr gerne sehen. Hier einige Vorschläge: Powerpoint, Excel, ein Statistikprogramm (etwa Stata oder SPSS), HTML, ein Content Management System (etwa Wordpress oder Joomla), ein Grafik-Programm (etwa Photoshop) oder Fremdsprachen.

6. Das Studium ist mehr als nur dein Studienfach

Das Studium bietet dir eine einmalige Gelegenheit deine Allgemeinbildung aufzupeppen. Im Vorlesungsverzeichnis wirst du viele spannende Vorlesungen finden, in die du dich einfach mal reinsetzen kannst. Ausserdem finden an allen Hochschulen immer wieder Sonderveranstaltungen statt, die du besuchen kannst, zum Beispiel Ausstellungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Hier kannst du ganz ohne Druck lernen.

7. Leb nicht nur für die Uni

Es macht viel Sinn, dich auch ausserhalb der Universität zu beschäftigen. Aus zwei Gründen: Wenn du eines Tages die Uni verlässt wirst du auch weiterhin ein Hobby und ein soziales Netzwerk haben wollen. Ausserdem hilft es sehr einen Ausgleich zur Uni zu haben.

8. Spreche mit Professoren

Du bist als Student in der glücklichen Position von absoluten Experten umgeben zu sein. Nutze diese Gelegenheit und stell nach der Vorlesung oder in der Sprechstunde Fragen. So lernst du womöglich Sachen, die du sonst nicht gelernt hättest und findest viel leichter Begeisterung für das Thema. Daher ist es besonders dann eine gute Idee Kontakt mit Professoren zu suchen, wenn du einen Motivations-Durchhänger hast.

9. Baue ein Netzwerk auf

Nach der Studienzeit wirst du immer wieder Situationen erleben, in denen ein großes Netzwerk an Freunden und Bekannten aus der Universität sehr hilfreich sein kann: etwa bei der Jobsuche, als Übernachtungsmöglichkeit, als Lebensberater oder als Geschäftspartner. Nutze Facebook und Co. um auch über das Studium hinaus in Kontakt zu bleiben.    

10. Verbringe mindestens ein Semester im Ausland

Fast jeder Student, der für eine gewisse Zeit im Ausland studiert hat, wird diese Zeit zu der besten Zeit seines Lebens zählen. Du lernst eine andere Kultur kennen, machst neue Freunde und Bekanntschaften und lernst vorallem über dich selbst viel. Ab zum Auslandsreferat!

11. Carpe diem

Sei dir deiner Freiheit als Student bewusst und geniesse sie. Leiste etwas, aber hab auch Spaß dabei. Die richtige Balance zu finden ist eine große Herausforderung, aber es ist die Mühe wert viel darüber nachzudenken wie du das meisterst. Denn die glücklichsten Studenten sind meist diejenigen, die genau die richtige Balance für sich gefunden haben.