Lampenfieber bei Präsentationen bewältigen


Wer kennt es nicht? Man steht vor einer Gruppe von gespannt lauschenden Zuhörern und Zuschauern und auf einmal beginnt das Herz zu rasen, Schwindel verwischt die Gedanken, die zitternden Hände machen es einem schwer, seine Notizen zu sehen und alles verrät dem Auditorium unverzüglich die große Unsicherheit. Kein Mensch interessiert sich mehr für den Inhalt der Präsentation – alle betrachten nur noch gespannt die Ausmaße der körperlichen Stressbewältigung.

 

Welches sind die häufigsten Symptome und wie könnt ihr sie vermeiden?

Herzrasen – Es hat nicht nur Auswirkungen auf euer Gemüt sondern wirkt sich schnell auf die komplette Präsentation aus:
Ein hoher Puls während einer Präsentation sorgt bei vielen Betroffenen für „zugeschnürte“ Atemwege, Schweißausbrüche und stark gerötete Wangen. Menschen, die schnell zu beschleunigten Herzschlägen neigen, sollten deshalb unbedingt schon einen Tag vor der Präsentation eine Art Diät einhalten. Zum Beispiel solltet ihr auf Kaffee verzichten. Das Koffein erhöht den Puls und den Blutdruck, verringert allerdings die Geschwindigkeit mit der das Blut durch das Gehirn fließt. Das wiederum kann dazu führen, dass euch schwindelig wird und es euch schwer fallen könnte, die gesamte Präsentation über zu stehen.

Um Schwindel zu vermeiden solltet ihr außerdem ausreichend gegessen haben, auch am Abend vor der Präsentation. Ausreichend bedeutet in diesem Fall aber nicht viel, sondern nahrhaft. Um eure Standhaftigkeit zu verbessern, esst Bananen. Sie sind reich an Kalium, was eurer Muskulatur gut tut und der Fruchtzucker ist ein guter Energielieferant. Kalium hilft übrigens auch gegen zitternde Hände: Es stärkt die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln.
Um nicht mitten in der Präsentation wieder Hunger zu verspüren, solltet ihr euch kurz vorher ballaststoffreich ernähren. Esst also lieber ein belegtes Vollkornbrot anstatt eines Schokoriegels.

Ein weiteres Problem können Schweißausbrüche darstellen. Sie sind leider ziemlich offensichtlich und versetzen den Präsentierenden oftmals in eine Unsicherheit, die sich auf die gesamte Präsentation auswirkt.
Nicht nur Koffeinverzicht kann dem Abhilfe leisten, sondern auch die richtige Wahl der Bekleidung. Informiert euch unbedingt über das Wetter und über die Temperaturverhältnisse im für die Präsentation vorgesehenen Raum. Ist es sehr warm? Sind viele Fenster im Raum? Scheint die Sonne? Regnet es? Um die ideale Kleidung zu finden, geht morgens noch einmal vor die Tür um die Wetterverhältnisse zu prüfen und nutzt den „Zwiebellook“. Für den Fall, dass die Temperatur im Laufe des Tages immens steigern sollte, seid ihr so vorbereitet, nicht ins Schwitzen zu geraten.

Um Sodbrennen und Aufstoßen vorzubeugen, vermeidet fettiges Essen, Alkohol und säurehaltige Getränke wie Orangensaft. Steigt lieber auf Wasser um und wenn es doch zu Reflux kommen sollte oder ihr den Eindruck haben solltet, über die Nacht könnte sich überschüssige Magensäure gebildet haben, haltet eine kleine Tüte Müsli oder Cerealien bereit, von der ihr zeitweise naschen könnt.

Nach einiger Zeit des Sprechens – wer kennt es nicht – scheint der Mund auszutrocknen. Hilfreich ist auch hier wieder eine kleine Diät: Koffein, Zucker und Nikotin sind häufig die Übeltäter. Um also nicht sofort an Speichelarmut zu leiden, solltet ihr euren Tabakkonsum vor der Präsentation einschränken, auf zucker- und koffeinhaltige Getränke verzichten und euch ein Glas stilles Wasser (Kohlensäure könnte für unangenehmes Aufstoßen sorgen) für die Präsentation bereitstellen. Keiner wird etwas dagegen haben, wenn ihr ab und zu einen Schluck trinkt.

Das wohl am häufigsten auftretende Problem sind Blackouts, Gedankenabschweifungen und Schwierigkeiten, sich auf die Präsentation zu konzentrieren. Um diese Probleme komplett zu vermeiden, bedarf es leider nicht nur ein paar kleiner Tipps sondern auch einer Menge Übung. Eine gute und zeitige Vorbereitung auf euer Thema ist unverzichtbar. Fangt nicht erst drei Tage im Voraus an, eure Präsentation vorzubereiten. Am besten ist es, sich einen Lernpartner zu suchen, der weder mit dem Thema vertraut ist, noch zu unerfahren ist um konstruktive Kritik oder Vorschläge anzubringen.
Geht es immer und immer wieder durch und lasst euer Gehirn etwa einen Tag vor der Präsentation entspannen – den Vortag solltet ihr maximal zum Nachsehen oder für kleine Gedankenabgleiche nutzen.

Für die Ernährung gibt es einen Tipp: Lasst euch nicht von anderen Stressfaktoren wie den oben genannten aus der Fassung bringen. Wenn ihr diese Tipps befolgt, sollte es eurer Konzentration förderlich entgegenkommen. Als „I-Tüpfelchen“ empfehlen eingefleischte Redner den altbekannten Traubenzucker. Den solltet ihr allerdings nicht verschlingen sondern in regelmäßigen Abständen genießen, sodass ein etwa gleichmäßiger Spiegel aufrecht erhalten wird.